
I N T A .
Interreligiöses Forum.
INTA bietet in jeder Ausgabe:
- Beiträge jüdischer, christlicher und muslimischer Autor_innen
- Interviews, Porträts, Berichte
- Feministische Theologie und Spiritualität
- Interdisziplinäre Perspektiven und Genderforschung
- Rituale, Predigten und Ideen für die Praxis
- Berichte von Tagungen, Treffen und Begegnungen
- Buchvorstellungen und Materialhinweise
- Nachrichten aus aller Frauen Länder
Die zehnte Ausgabe „Essen und Fasten“ erschien Mitte Juni 2016.
Zuletzt erschienen


Herzlich willkommen!
Liebe Leserinnen und liebe Leser,
im Monat Ramadan erscheint unser Heft zum Thema Essen. Das ist für uns Anlass, in mehreren Beiträgen die Frage zu beleuchten, welche Bedeutung das Nicht-Essen, also das Fasten in religiöser Perspektive hat. Und mit diesem Thema wird der Reigen eröffnet. Die Philosophin und Journalistin Hilal Sezgin macht sich über den Zusammenhang von Hungern und spiritueller Intensität im Ramadan Gedanken. Und aus christlich-orthodoxer Perspektive stellt Antonia Himmel-Agisburg im Interview den regelmäßigen Wechsel zwischen Fasten und Feiern dar, der den „spirituellen Geschmackssinn“ durch das Kirchenjahr hindurch ausbildet.
Welches Essen auf den Tisch kommt, wie gekocht im Alltag und wie an Festtagen gekocht wird, das ist je nach Tradition sehr unterschiedlich. Und ein Austausch darüber kann eine vergnügliche Form des interreligiösen Gesprächs sein. Talin Bahcivanoglu organisiert seit sieben Jahren einen solchen Kulinarischen Dialog, sie bringt Rezepte der armenisch-christlichen Küche ein für die Begegnung am Esstisch, Gaby Steiner-Nonhoff steuerte jüdische Rezepte aus verschiedenen Regionen bei.
Was wir als Kinder essen, das prägt oft ein Leben lang die eigenen Vorlieben. Jedes Land hat seinen eigenen Geschmack, so beschreibt Sanaa Zeidan die Bedeutung des Essens auch für die eigene Identität. Sie arbeitet als Stadtteilmutter in Berlin und unterstützt arabische Frauen bei der Organisation des Alltags, auch zu den Themen Ernährung und Gesundheit.
Woher unsere Nahrung kommt und was wir essen, sind ethische Fragen von weitreichender Bedeutung. Der ökologischen Dimension gehen drei Beiträge in diesem Heft nach. Hilal Sezgin begründet aus religiöser Perspektive, das Tiere Mitgeschöpfe sind und nicht in den Kochtopf gehören. Achten, nicht essen, lautet ihre Schlussfolgerung. Der Begriff Öko-Kaschrut ist bereits einige Jahrzehnte alt. Mit Kaschrut werden die (traditionellen) Vorschriften bezeichnet, die regeln, welches Essen erlaubt, also koscher ist. Öko-Kaschrut bezeichnet also die ausdrückliche Verbindung von jüdischem und umweltbewusstem Handeln. Dafür findet Agata Kaplon viele Anknüpfungen in biblischen und talmudischen Texten, die Respekt und Dank auch gegenüber der Nahrung empfehlen. Und in Berlin wurde das Umdenken konkret und koscher umgesetzt: in einem ökologischen Gartenprojekt, das Anna Adam vorstellt.
Eine besondere „Mahlzeit“ ist die Feier des Abendmahls. Diese Feier wird oft im Sonntagvormittags-Gottesdienst zelebriert, wer das nicht kennt, findet das sicher merkwürdig. Und die rituellen Worte, die das verteilte Brot als „Leib Christi“ bezeichnet, sind oft auch für Kirchgänger_innen erklärungsbedürftig. Die Neutestamentlerin Angela Standhartinger fragt in ihrem Beitrag genauer nach. Wie kam der Leib Christi ins Abendmahl, wie sind also die sog. Einsetzungsworte zu verstehen, die an den Tod Jesu von Nazareth erinnern, lautet die Ausgangsfrage. Und sie deutet das Essen von Brot und Wein als Teil eines Erinnerungs- und Klagerituals, das maßgeblich von Frauen geprägt wurde.
Bereits in unserer letzten Nummer haben wir eine ausführliche Rezension abgedruckt über einen weiteren Aspekt unseres Themas, den Hunger. Die Schweizer Neutestamentlerin Luzia Sutter-Rehmann hat die vielen Erzählungen übers Essen im Neuen Testament untersucht. Darin verborgen sind die Erfahrungen des allgegenwärtigen Hungers, die Hoffnung auf Sattwerden, der Protest gegen die Nahrungsknappheit. Aus dieser neuen Lektüre der Texte mit der „Brille des Hungers“ entstand der Buchtitel Wut im Bauch (Gütersloh 2014). Die Rezension von Jenny Nicolay finden Sie in INTA Nr. 9 (2016) auf Seite 28.
Weitere Buchvorstellungen und Nachrichten aus aller Welt machen, finden Sie – wie in jedem Heft – auf den letzten Seiten, auch wenn viele diese Seiten als allererstes lesen. Und schließlich haben wir in eigener Sache einige Informationen aus dem Büro (SEPA-Lastschriftmandat) und der Redaktion (Planung 2017) für Sie.
Viel Vergnügen mit all dem ganz unterschiedlichen Lesefutter.
Für die Redaktion
Antje Röckemann
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